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Öko-Tex Standard 100 – was bedeutet das?

Das Öko Tex Standard 100 Siegel

Das Öko Tex Standard 100 Siegel

In Deutschland zählt das Siegel „Textiles Vertrauen“ zu den bekanntesten Qualitäts-Zertifikaten und ist gültig für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte in allen Verarbeitungsstufen. Ist das Produkt mit dem Öko-Tex Standard 100 (auch Öko-Tex Standard 100) geprüft, dann bedeutet das, dass es auf eine Reihe von insgesamt 100 Schadstoffen, optischen Aufhellern oder Ähnliches getestet wurde (auch im Matratzen Test). Das Siegel gilt nicht nur für den Oberstoff, sondern auch für alle anderen Bestandteile des Produktes.

Viele gute Gründe für den Öko-Tex Standard 100

Es sprechen für die textile Schadstoffprüfung viele wichtige Gründe:

  • Es ist nicht möglich, die Unbedenklichkeit von Textilien nur nach dem bloßen Augenschein zu beurteilen – das gelingt selbst Experten nicht.

Die einzige Möglichkeit sind Laborprüfungen, die auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und durch Einrichtungen, die über die notwendige Fachkompetenz verfügen, durchgeführt werden. Nur so kann zweifelsfrei geklärt werden, ob der textile Artikel frei von unerwünschten Schadstoffen ist.

  • Die Produktion von Textilien ist stark arbeitsteilig organisiert.

Zumeist sind die einzelnen Verarbeitungsstufen in unterschiedlichen Ländern angesiedelt und dort herrschen dann sehr unterschiedliche Vorgaben im Hinblick auf mögliche Schadstoffe. Eben aus diesem Grund ist die transparente, weltweit einheitliche Prüfung wie beim Öko-Tex Standard 100 für die Schadstoffprüfung unerlässlich.

  • Es lassen sich viele Produkteigenschaften, die sich der Verbraucher von Textilien wünscht, nur durch den gezielten Einsatz von Chemikalien verwirklichen.

Genau aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass es nicht zum Einsatz von unerwünschten Substanzen bei der Herstellung kommt, die dann als Rückstand auf dem Endprodukt verbleiben und beim Verbraucher dann gesundheitliche Probleme hervorrufen können.

  • Die OEKO-TEX Schadstoffprüfungen können heute für alle Arten von Textilien genutzt werden.

Das bedeutet, dass die Öko-Tex Prüfung für funktionelle Sportkleidung aus synthetischen Fasern genauso durchgeführt wird, wie bei Bauwoll-Shirts aus kontrolliert biologischem Anbau. Auf allen Produktionsstufen wie der Vorbehandlung (Reinigung), Färbung, Veredlung oder dem Textildruck können die problematischen Substanzen in das Produkt gelangen.

Welche Produktklassen bestehen für den Öko-Tex Standard 100?

Es wird zwischen vier verschiedenen Produktklassen beim Öko-Tex Standard 100 oder Öko-Tex Standard 100 unterschieden. Der Grund ist, dass sich die Anforderungen der Öko-Tex-Schadstoffprüfung nach dem Verwendungszweck des Textilproduktes richten.

Produktklasse IFür textile Artikel, die für Kleinkinder und Babys geeignet sind
Produktklasse IIFür hautnah verwendete Textilien
Produktklasse IIIFür hautfern verwendete Textilien
Produktklasse IVFür Ausstattungsmaterialien. So fallen Matratzenbezüge beispielsweise in die Kategorie II, wobei bei Bezügen für Kindermatratzen die Kriterien für die Kategorie I erfüllen müssen.

 

Des Weiteren muss auch noch zwischen dem Öko-Tex Standard 100, 1000 und 100 plus unterschieden werden. So fallen schadstoffgeprüfte Garne, Gewebe und Textilien unter die erste Kategorie, während die Produkte nach Öko-Tex Standard 1000 auch ökologischen und sozialen Maßstäben bei der Produktion gerecht werden müssen. Der Öko-Tex Standard 100 plus kombiniert die Ansprüche beider Prüfgrundsätze (100 und 1000) und stellt damit den höchsten Öko-Tex Standard dar.

Entstehungsgeschichte des Öko-Tex Standard 100

Bereits zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Öko-Tex Standard 100 als Reaktion auf die Bedürfnisse der Verbraucher in Bezug auf gesundheitlich unbedenkliche Textilien entwickelt. Für Verbraucher gab es bis zum Einführung des Siegels keinerlei verlässliche Produktlabels, die die humanökologische Qualität von Textilien beurteilt. Zudem existierte auch kein Sicherheitsmaßstab für die Unternehmen in der Textilindustrie, durch den eine praxisrelevante Bewertung von möglichen Schadstoffen in Textilprodukten möglich war.

Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit von dem Österreichischen Textil-Forschungsinstitut (ÖTI) und dem deutschen Forschungsinstitut Hohenstein auf der Grundlage der damals bereits bestehenden Prüfnormen der Öko-Tex Standard 100 entwickelt. Mitte der 1990er Jahre führte der große Erfolg des Öko-Tex Standard 100 zur Entwicklung des Öko-Tex Standard 1000 bei. Dieser ist in seinen Anforderungen strenger und bezieht zudem auch soziale Kriterien und Arbeitsbedingungen mit ein.


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